Erhöhte Cholesterinwerte
Wie äußert sich eigentlich ein erhöhter Cholesterinspiegel? Woran bemerke ich, dass meine Cholesterinwerte erhöht sind?
Lange Zeit ohne Symptome
Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut verursacht zunächst keinerlei Symptome.
Besteht jedoch ein erhöhter Cholesterinspiegel über längere Zeit können als Folge klinisch erkennbare Befunde auftreten wie z. B.:
Arteriosklerose (Arterienverkalkung):
Die Gefäßverengung kann am Herzen zu Brustenge oder Atembeschwerden bei geringer Belastung (Angina pectoris) oder im schlimmeren Fall zum Herzinfarkt führen. Die Arterienverkalkung kann auch das Bein betreffen und zum sogenannten Raucherbein (periphere arterielle Verschlusskrankheit) führen. Möglicherweise ist auch eine Arterie betroffen, die das Gehirn mit Blut und Sauerstoff versorgt. Ein Schlaganfall kann die Folge sein.
Cholesterinablagerungen in der Haut und in den Sehnen (Xanthome):
Gelb bis braun gefärbte Knötchen oder große Knoten an Augenlidern, Achillessehnen, Ellenbogen oder Gesäß.
Cholesterinablagerungen im Auge:
Grauweißer Trübungsring um die Hornhaut.
Oftmals wird ein erhöhter Cholesterinspiegel durch Zufall bei einer umfassenden Blutuntersuchung während einer Erkrankung entdeckt oder nach einer Vorsorgeuntersuchung. Bei Patienten mit bekannter Herz-Kreislauferkrankung und/oder Arteriosklerose in der Familie sollte eine Bestimmung des Blutcholesterins aber bereits frühzeitig erfolgen. Die Folgen eines erhöhten Cholesterinspiegels können sich nämlich schon sehr früh zeigen.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Zur Bestimmung der Werte muss Blut abgenommen werden. Wichtig ist, dass man 12 bis 14 Stunden vor der Blutabnahme gefastet und sich 24 Stunden vorher nicht körperlich schwer belastet hat.
Wie hoch darf der Cholesterinspiegel sein?
Das Gesamtcholesterin, das der Arzt in unserem Blut misst, setzt sich in seiner Summe vor allem aus den Cholesterinfraktionen LDL und HDL zusammen. Aber nicht nur die Höhe des Gesamtcholesterinspiegels ist primär für die Risikobeurteilung ausschlaggebend, sondern das Verhältnis von LDL zu HDL. Ein hoher LDL-Spiegel ("schlechtes Cholesterin") ist nicht, ein hoher HDL-Spiegel ("gutes Cholesterin") aber sehr wohl erwünscht.
Das Gesamtcholesterin im Blut sollte 175 bis 230 mg/100 ml (= 4,5 - 6,0 mmol/l), davon mindestens 35 mg HDL und höchsten 115 bis 175 mg LDL, nicht überschreiten. Welche individuellen Werte für Sie persönlich vertretbar sind, hängt von Ihrem Alter, Begleiterkrankungen und weiteren Risikofaktoren ab.
Cholesterin ist nicht allein entscheidend...
Andere Risikofaktoren außer dem Cholesterin sind in die Bewertung des Arterioskleroserisikos und damit verbundenen Folgeerkrankungen mit einzubeziehen. Hierzu gehören der Bluthochdruck, das Rauchen, die Zuckerkrankheit und starkes Übergewicht. Bei jedem Risikofaktor steigt die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Mehrfaches. Treffen mehrere Faktoren zu, addieren sie sich nicht nur, sie potenzieren sich sogar: Allein bei 3 Faktoren erhöht sich das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, um das Neunfache.