Das Darm-Mikrobiom

Der Darm ist mit seinen drei Teilen, dem Dünn-, dem Dick- und dem Enddarm, für unsere Verdauung verantwortlich. Den Großteil der Arbeit übernimmt dabei das Mikrobiom: Darm und Darmwand sind von vielen Billionen kleinster Mikroorganismen besiedelt. Wir geben Ihnen einen Einblick in das Mikrobiom des Darms und die Vielfalt der Darmbakterien.

Kapitelübersicht:

  1. Was ist das Darm-Mikrobiom?
  2. Aufbau des Darm-Mikrobioms
  3. Verschiedene Darmbakterien und ihre Aufgaben
  4. Welche Bedeutung das Darm-Mikrobiom für die Gesundheit hat

  

Was ist das Darm-Mikrobiom?

Das Mikrobiom des Darms besteht aus der Gesamtheit der gesunden Mikroorganismen und Darmbakterien sowie aus deren Genen bzw. genetischen Anlagen. Zu den weiteren Mikroorganismen gehören auch bestimmte Hefepilze, die für Vergärungsprozesse wichtig sind, Viren und sogenannte Archaeen (Urbakterien). Das Mikrobiom macht mit all seinen Kleinstorganismen etwa zwei Kilogramm des Körpergewichts aus.

Exkurs: Archaeen – die kleinsten Organismen des Darm-Mikrobioms

Die Archaeen sind beim Menschen nicht nur im Darm, sondern auch in der Zahnflora, also im Mund, zu finden. Sie kommen demnach schon am Anfang des Verdauungsprozesses mit der Nahrung, die wir zuführen, in Berührung. Im Darm sind sie am Stoffwechsel und der Bildung von Methan beteiligt. Interessanterweise konnte bisher keine pathogene, also krankheitserregende, Archaeen-Art gefunden werden. Anders ist es bei weiteren Mikroben wie den Darmbakterien.

 

Aufbau des Darm-Mikrobioms

Darm-MikrobiomDas Darm-Mikrobiom besteht aus Billionen winziger Organismen.

Jedes Darm-Mikrobiom hat eine eigene Zusammensetzung aus Bakterien, Pilzen, Viren und Archaeen und ist also von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aufgrund dieser Tatsache, und weil es so reich an Organismen ist, wird das Mikrobiom des Darms manchmal als zweites menschliches Genom bezeichnet.

Die individuelle Zusammensetzung hängt laut aktuellen klinischen Untersuchungen maßgeblich von unserer Ernährung ab. Diese unterstützt das Darm-Mikrobiom unter anderem mit „gesunden“ Bakterien wie den bekannten Laktobazillen, die vor allem in probiotischen Milchprodukten oder Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind. Unsere Ernährung kann dem Mikrobiom aber auch schaden, zum Beispiel, wenn wir übermäßig viel rotes Fleisch essen. Dieses enthält nämlich Bakterien, die ungesunde Stoffe im Darm produzieren und das Risiko für Venen- und Herzerkrankungen erhöhen können. [1]   

Lange nahm man an, das Darm-Mikrobiom bilde sich erst während und nach der Geburt aus, wenn ein Neugeborenes mit Bakterien und Keimen in seiner Umgebung in Kontakt kommt. Mittlerweile weiß man jedoch, dass ungeborene Kinder schon im Mutterleib Teile des eigenen Mikrobioms ausbilden, da sich das mütterliche Mikrobiom auf den heranwachsenden Fötus überträgt. [2] 

 

 

Verschiedene Darmbakterien und ihre Aufgaben

Darmbakterien leben in der Regel in einem symbiotischen Verhältnis mit dem Körper, den sie bewohnen. Das bedeutet, dass das Darm-Mikrobiom mit all seinen Bakterien vom Menschen ernährt wird und im Gegenzug eine gesunde und komplikationslose Verdauung ermöglicht. Die vielen Billionen an Bakterien, die den Darm bewohnen, sind nämlich für die Aufspaltung und Verarbeitung aller Nährstoffe, die in den Darm gelangen, zuständig. Sie sortieren die Nahrung nach Verwertbarkeit, entziehen ihr Energie und geben diese durch die Darmwand in den Blutkreislauf ab. 

Es gibt mehrere hundert verschiedene Arten von Darmbakterien, die sich in „gute“ und „schlechte“ Gattungen unterteilen lassen:

  • Laktobazillen, Eubakterien und Bifidobakterien sind am Aufbau der Darmflora beteiligt und werden daher als dem Darm zuträglich angesehen.
  • Enterobakterien, Enterokokken und Clostridien hingegen sind Darmbakterien, die für Beschwerden im Verdauungstrakt sorgen können.

Dabei werden die „schlechten“ Darmbakterien nur dann zur Gefahr, wenn sie die gesunden zahlenmäßig weit übertreffen und damit die Arbeit im Darm stören. In einem funktionierenden Darm bilden jedoch die gesunden Darmbakterien gemeinsam mit der Darmwand einen natürlichen Schutz gegen schädliche Bakterien und Keime und halten so unsere Darmflora im Gleichgewicht.

 

Welche Bedeutung das Darm-Mikrobiom für die Gesundheit hat

Gerät das Darm-Mikrobiom in Dysbalance, können schädliche Darmbakterien Entzündungen und Erkrankungen des Verdauungstraktes hervorrufen. Eine solche Dysbalance oder auch Dysbiose (krankhaftes Ungleichgewicht zwischen nützlichen und schädlichen Darmbakterien) wird meistens durch einseitige Ernährung, vor allem mit vielen ungesunden Fetten oder Zucker, durch Medikamente, die gute wie schlechte Keime abtöten, oder durch eine Infektion verursacht. Die Folgen sind Beschwerden wie

  • Verstopfung
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Völlegefühl
  • Schmerzen bei der Verdauung

Wird ein Ungleichgewicht der Darmbakterien nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, können weitere Beschwerden, darunter Abgeschlagenheit und Erschöpfung, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Depressionen hinzukommen. Dies zeigt, welchen Einfluss der Zustand des Darm-Mikrobioms auf die Gesundheit des ganzen Körpers und der Psyche haben kann.

Es besteht zudem der Verdacht, dass Dysbalancen des Mikrobioms im Darm Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom und Stoffwechselstörungen begünstigen können. Bislang gibt es hierzu allerdings keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, sodass auf diesem Gebiet keine sichere Aussage getätigt werden kann. Mithilfe von Stuhlanalysen konnte bereits festgestellt werden, dass sich die Zusammensetzung des Mikrobioms bei gesunden und kranken Menschen unterscheidet: Bei Menschen mit Erkrankungen dominieren andere Bakterienstämme als bei gesunden Menschen. [1]

Forscher hoffen, durch Stuhlanalysen zukünftig weiteren Aufschluss über den Zusammenhang der Beschaffenheit des Darm-Mikrobioms und Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes und sogar degenerativen Erkrankungen wie MS (Multiple Sklerose) zu erhalten. So könnten die Chancen auf eine Heilung oder Verlaufsmilderung bestimmter Erkrankungen durch eine Manipulation des Gleichgewichts von Bakterien im Darm steigen.

Probiotische-NahrungsmittelqSB2OFLtbX7JH

Bereits jetzt sind Pro- und Präbiotika ein bewährtes Mittel, das Gleichgewicht der Darmbakterien nach einer Antibiotika-Kur oder einer Magen-Darm-Grippe wieder herzustellen. Bei Probiotika handelt es sich um lebende Mikroorganismen, die auf natürliche Weise im Darm vorkommen (z. B. Laktobazillen oder Hefepilze). Sie können über probiotische Nahrungsergänzungsmittel oder Produkte mit einem hohen Milchsäureanteil zugeführt werden. Zu diesen gehören zum Beispiel:

  • Joghurt
  • Buttermilch
  • Sauerkraut

Präbiotika kommen natürlicherweise in vielen ballaststoffhaltigen Lebensmitteln vor. Reich an Ballaststoffen sind unter anderem:

  • Vollkorn-Getreidearten
  • Einige Gemüsesorten z.B. Blumenkohl, Brokkoli, Möhren
  • Trockenfrüchte wie Pflaume oder Feige

Mit reinen Ballaststoffen aus Flohsamen unterstützen Sie zusätzlich die Gesundheit Ihres Darm-Mikrobioms und damit die des ganzen Körpers. 

[1] https://blog.ksb.ch/wissen/darm-mikrobiom/

[2] https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fmicb.2019.01124/full

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